Budenzauber III – Des Kaisers neue Kleider

Transparenzhinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ist das Ergebnis einer Kooperation. Im Text wird an einer deutlich gekennzeichneten Stelle auf eine Firma verwiesen, sprich WERBUNG. Es wurden KEINE Produkte getestet. Auf den Inhalt des Textes hat dies keinen Einfluss. Sprich: der Text ist trotzdem gut 🙂

Stolz

Failure is always the best way to learn
Retracing your steps until you know
Have no fear your wounds will heal

(Kings of Convenience, Failure, 2000)

Wir alle kennen dieses Gefühl, diesen einen Moment, wenn uns klar wird, einen Fehler gemacht zu haben. Dabei hatte ich mir extra unzählige Videos auf YouTube angeschaut. Alles sah so einfach aus: einfach nur hin und her wedeln …  fast wie feudeln (norddeutscher Ausdruck für *Boden wischen*) … so der Plan.

Aber nix da. Und so stand ich da in meiner Laube, den Tellerschleifer fest umklammert und Panik in den Augen … mein Freund Florian hingegen konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen … denn der Tellerschleifer war gerade mit mir spazieren gefahren, einmal quer durch meinen Palast und direkt vor die Wand.

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An diesem Punkt hat man zwei Möglichkeiten: a) aufgeben und den Tellerschleifer zurück in den Baumarkt bringen, oder b), die kaiserliche Variante, sich nichts anmerken lassen und einfach weitermachen. Ich entschied mich für Möglichkeit b, denn ich ziehe durch, wie der Kaiser im Märchen.

Ziel

Nach einigem Probieren und Fluchen hatte ich den Bogen schließlich raus und den Dielenboden fertig abgeschliffen. Ich konnte die Hände kaum noch zu Fäusten ballen, sämtliche Muskeln schmerzten und mein Bauch war mit blauen Flecken übersät, weil ich mit dessen Hilfe die Richtungsvorgaben verstärkte. Scheiß YouTube-Videos! Und, ganz wichtig, … Memo an mich: nächstes Mal bitte Arbeitshandschuhe kaufen, wie zum Beispiel diese hier (WERBUNG).

Jetzt noch den Boden ölen, anschließend Fußleisten verlegen … fertig!

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Meinem Ziel, im Jahr 2018 samt Entourage im kaiserlichen Gehöft nächtigen zu können war ich einen ordentlichen Schritt näher gekommen. Bereits im Vorjahr hatte ich die Abrissarbeiten (Budenzauber I – Dekonstruktion) erledigt und die Laube von innen grunderneuert (Budenzauber II – Konstruktion).

Einrichtung

Was für stilechtes Finish noch fehlte, waren Einrichtungsgegenstände. Von einem Freund hatten wir einen alten Vitrinenschrank geschenkt bekommen. Der wurde fix rot gestrichen und in die Laube gestellt. Im Geräteschuppen habe ich zudem ein Brett gefunden, das sich hervorragend als Regal eignete. Von dort stammen auch die Halterungen für die Gardinen. Aus den Resten der OSB-Platten hab ich dann noch Fensterbänke gebastelt.

Fehlte eigentlich nur noch eine geschmeidige Schlafcouch. Dafür gibt es ja E-Bay Kleinanzeigen. Gucken, kaufen, abholen! … ähhhh … Zwischenstop: is das jetzt eigentlich auch Werbung?

Als besonderes Bonbon habe ich mir dann noch eine Schleifscheibe des Tellerschleifers aufbewahrt und in einen Bilderrahmen gesteckt. So hab ich die Schleifaktion immer vor Augen und in bester Erinnerung.

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In Dreams

Das nennt man dann wohl planmäßige Zielerreichung. Wir konnten 2018 tatsächlich die erste Nacht im Garten verbringen.

UND … ganz nebenbei kann ich jetzt im Geheimen auch viel besser an meinem Pinky-&-Brain-Projekt, Stichwort: WELTHERRSCHAFT!, weiterarbeiten … zumindest in Form von kleinen Träumereien, denn:

*Jede Nacht um halb eins, wenn das Fernseh’n rauscht
Leg‘ ich mich aufs Bett und mal mir aus
Wie es wäre, wenn ich nicht der wäre, der ich bin
Sondern Kanzler, Kaiser, König oder Königin*

(Rio Reiser, König von Deutschland, 1986)

Aber vorsicht! Rio Reiser war klug genug sich damit zufrieden zu geben *Kanzler, Kaiser, König oder Königin* zu sein. Ilsebill aus dem plattdeutschen Märchen *Vom Fischer un syner Fru* hingegen ist da wohl den entscheidenen Schritt zu weit gegangen. Immer wieder schickte sie Ihren Mann zum wunscherfüllenden Butt. Ihr Gatte mochte da nicht widersprechen:

*Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje inne See,
myne Fru de Ilsebill
will nich so, as ik wol will.*

(Von dem Fischer un syner Fru, Philipp Otto Runge)

Im Gegensatz zu Rio wollte sie schließlich auch GOTT sein. Da wurde es selbst dem geduldigen Butt zu bunt: *Ga man hen. Se sitt all weder in’n Pissputt.*. Also alles zurück auf Null und back to Holzhütte. Das sollte mir möglichst nicht passieren.

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer einem Lied von Kaizers Orchestra. Hier weiß  *nur Vater Martin was hinter einem Halleluja steckt* …

(Kaizers Orchestra, Bak et Hallelujah, 2001)

19 Kommentare

  1. Hallo Björn.
    Da hast du ja mächtig Aufwand betrieben für die Schrebergartenhütte.

    Bei dem Gedicht vom Fischer musste ich grinsen. Wie oft hatte ich es vor Jahren meinen Jungs vorgelesen. Sie fanden die Aussprache so witzig.

    Viel Freude bei deinen weiteren Übernachtungen.
    LG, Nati

    1. Hallo Nati,
      ja, das war dann insgesamt doch recht viel Aufwand. Aber das hat sich definitiv gelohnt. Die Laube war im vorherigen Zustand kaum nutzbar.
      Ich mag die plattdeutsche Sprache sehr … mein Opa hat das viel gesprochen 🙂
      LG
      Björn

      1. Aber ist der Dielenboden nicht viel zu schade wenn man ständig mit Gartenschuhen dort rein stapft?
        Ich mein, wir haben Fliesen gelegt, aber die können ja auch so einiges ab. Einmal durchwischen und gut ist. (Feudeln kenn ich übrigens auch, auch wenn ich das Wort nicht nutze). 😉

      2. Wir haben neben der Eingangstür ein kleines Schuhregal hingestellt. Und ne Fussmatte ist auch vorhanden. Die Schuhe werden (fast) immer ausgezogen in der Laube. Hab keine Lust in naher Zeit wieder abschleifen zu müssen 😉

      3. Das ist ja ein guter Vorsatz. Bei uns zuhause klappt diese Vorgehensweise, im Garten nicht.
        Wenn ich daran denke jedes mal die Schuhe auszuziehen nur weil ich mal eben etwas brauche…..
        Kommt vielleicht auch darauf an wo man die ganzen Gartenutensilien aufbewahrt. Manches ist im Werkzeugschuppen und manches in der Hütte.

      4. Das klappt eigentlich ganz gut bei uns. Ich muss nur darauf achten kein Werkzeug oder andere Gartenutensilien mit in die Laube zu nehmen … dann will ich immer „nur kurz rein“ und bin dann zu faul das Schuhwerk auszuziehen…

  2. Mensch Du machst auch keine halben Sachen, oder? Wenn das mal kein Kaiserpalast wird, dann weiß ich auch nicht. Bist Du dann der selbsternannte Schrebergartenkaiser? Übrigens das mit dem nix anmerken lassen und weitermachen kenn ich gut und hab ich inzwischen auch ziemlich gut drauf. Die Kunst dabei ist es wie ein kreatives Zwischenspiel aussehen zu lassen *gggg*

    1. Hallo Karin,
      ich strebe ja nach der Weltherrschaft und dafür benötigt man natürlich einen Palast. Das dieser nur gepachted ist und für jeden mindestens einsehbar sein muss kommt mir dabei sehr entgegen 😉
      Ich habe diesen Aufwand auch betrieben, weil es einfach auch ein prima Experimentierfeld ist. Man kann sich dort herrlich ausprobieren … wenn es dann nicht zu 100% klappt ist das nicht schlimm weil es „nur“ eine Gartenlaube ist. Das macht einfach riesigen Spaß.
      Das kreative Zwischenspiel beherrsche ich mittlerweile auch schon fast perfekt 😉
      LG
      Björn

      1. Hey Björn! 🤣 Du das mit der Weltherrschaft würde ich mir noch mal überlegen, das könnte ziemlich stressig werden … dann lieber der Laubenkaiser und Platzhirsch vor Ort, das hat man wenigstens (halbwegs) unter Kontrolle. Und wenn du mit der Laube fertig bist und alles perfektioniert hast … und dir wirklich rein gar nix mehr einfällt … bist du herzlich eingeladen zum „hackeln“ zu mir nach Österreich zu kommen 😜… da gib’s noch eine Terrasse zu bauen, Hochbeete kann ich auch immer brauchen, ein Zaun wär zu erneuern, eine Philosophenbank in lila und begrüntem Dach wäre ja so cool …. das ist seit Jahren eine unendliche Zauber-Liste denn die wird nie kürzer … eins geht weg, eins kommt dazu … *ggg* … LG aus dem Alpenvorland, Karin

      2. Hi Karin,
        die Weltherrschaft ist mehr so ein Spaßprojekt von mir. Das würde ich niemals tun … viel zu viel Arbeit und extrem unangenehmer Stress. Dann definitiv lieber Laubenkaiser bleiben.
        In Österreich waren wir vor einigen Jahren schon einmal … da würde ich jedezeit gerne wieder hin!!
        Ich bin aber nicht sicher, ob die hausinterne Liste mit Arbeitsaufträgen hier in Hamburg jemals kürzer werden sollten … aber pausieren und Urlaub geht ja immer 😉
        LG
        Björn

  3. Hallo Björn.
    Kann das sein das du in der „Gartenfreund“ Zeitung bist? Hier ist ein Beitrag zum Generationswechsel in den Schrebergärten. Und wenn mich nicht alles täuscht bist du mit deiner Familie dort zu sehen.
    LG, Nati

    1. Hi Nati,
      jo, das bin ich samt Family. 🙂
      Leider findet sich dort keine Verlinkung auf meinen Blog bzw. eine Nennung des Names. Wenn mich nicht alles täuscht, hätte man das dann wohl auch als Werbung kennzeichnen müssen … 😦
      LG
      Björn

  4. Großartig, ich habe mich königlich amüsiert. So ein Gartenhaus muss schon was hermachen. Laube is schließlich my home and home is my castle. Wir haben PVC verlegt, da war nix zu schleifen. Und für grade vorn mal eben durchlaufen, zur Küchenzeile, haben wir den alten PVC dringelassen. Naja und wir haben nen Staubsauger in der Laube. Der war eh doppelt. 🤗 Großartiger Beitrag hier!

    1. Danke Danke Danke 🙂 🙂 🙂
      Als wir den Bodenschleifer am Abend zurück in den Baumarkt gebracht haben guckte der Typ auch ganz blöd aus der Wäsche. Er sagte dann, dass die meisten Leute den nach einer Stunde wieder zurückbringen weil sie damit nicht klar kommen. Hätte ich meine Finger noch bewegen können, hätte ich sie zur Faust geballt 😉
      UND: Staubsauger fehlt bei uns noch …

  5. Na, das sieht doch sehr kuschelig aus in Eurer Gartenlaube. Ist schön geworden.
    Wenn ich gewusst hätte, daß ich von Münster bis Hamburg mit nem Kaiser gereist bin….Hättest Du da nicht was drehen können, das der Zug weiter fährt, als bis nach Bremen??? So als Kaiser? 😀
    Viele Grüße, Beate

    P.S.: Wir haben übrigens ne Gartenhütte, die innen ne Gin-Höhle ist und außen Seaside-Cottage. Aber ich glaube, das hab ich im Speisewagen schon erzählt, oder?

    1. Hallo Beate,
      ich hab für die Renovierung fast zwei Jahre gebraucht. War halt nicht immer so viel Zeit das alles zu machen. Es ist teilweise auch nicht so richtig perfekt geworden … aber das ist ja nicht so schlimm. Ich fühle mich in der Laube pudelwohl 🙂
      … und bei Unwetter kann auch der Kaiser nichts machen … 😉
      Gin-Höhle hört sich traumhaft an!!!
      Liebe Grüße
      Björn

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